Wie kann ich mit meinen Kindern auf dem Campingplatz in Verbindung bleiben?

Wenn du mit Kindern campen bist, kennst du das. Anders als im Hotelurlaub, machen sie sich am zweiten Tag, nachdem die „ist-das-doof-ich-kenne-hier-ja-keinen“ Phase überwunden ist und die ersten Kontakte geknüpft wurden, auf den Weg den Platz mit den neu gewonnenen Freunden zu erkunden. Je nach Alter sind die Eltern ja auch langsam „uncool“. Ist ja auch gut so. Nichts wäre anstrengender, als die ganze Rasselbande dauerhaft auf 12 Quadratmetern bespaßen zu müssen.

 

Wo ist mein Kind?

Unsere beiden Kids sind nun 5 und 11. Gut, der Fünfjährige zieht noch nicht los, aber die Große ist, nach besagtem Anfangsgemaule des ersten Tages, spätestens am zweiten Tag mit irgend einer Jill, Sandra oder Katharina verabredet und zischt ab.
Anders, als auf dem gewohnten Schulweg, hat sie natürlich auf dem Campingplatz kein Handy dabei. GPS-Ortung und ein „wo-bist-du“ Anruf fallen also aus.

Und trotzdem gibt es neben dem guten Gefühl sein Kind erreichen zu können und selber erreichbar zu sein, 1000 Gründe, warum man den Spross gerne „anrufen“ möchte.

Hier haben wir für uns die perfekte Lösung gefunde: Kleine Handfunkgeräte.

Wohnwagenfamilie
Unser Set ist seit Jahren im Einsatz

Bei unseren Modellen handelt es sich um einen Satz PMR-Handfunkgeräte der Firma Stabo*. Ein wirklich guter und renomierter Funkgerätehersteller, der branchenbekannt ist und dessen Geräte wirklich überzeugend sind. Nach 30 Jahren Hobby- und Amateurfunk kann ich das nur bestätigen. Wer also was qualitativ hochwertiges sucht, sollte sich da umschauen*.

Unsere Geräteserie (Bild) wird so wohl nicht mehr angeboten. Die haben wir schon ein paar Jahre -unter anderem als Babyphone (siehe unten) – im Einsatz. Aber ähnliche Geräte von Stabo* gibt es einige.

Natürlich gibt es auch viele weitere Hersteller*, die Geräte in allen möglichen Formen und Farben anbieten. In der Regel ist so ein Funkgerät mit einer kleinen Stummelantenne ausgerüstet und nicht größer als eine Zigarettenschachtel.

Ihr solltet aber auf jeden Fall bei der Anschaffung beachten, dass bei dem Set ein Standlader dabei ist, der die Akkus in den Funkgeräten lädt.

 

Alle Geräte sind miteinander kompatibel

Eigentlich ist es völlig egal für welche Geräte man sich entscheidet. Denn auch, wenn du nach einiger Zeit feststellst, dass dir ein 2er Set nicht mehr ausreicht und du noch mehr Geräte brauchst, kannst du auch noch ein anderes Set kaufen. Alle Geräte sind miteinander kompatibel.

Denn: PMR Handfunkgeräte sind kein Spielzeug. Anders als die Walkie-Talkies, die wir noch aus unserer Kindheit kennen. Auch, wenn man das auf Grund des günstigen Preises und der teilweise knalligen Farben glauben könnte.

PMR-Funk hat 8 fest zugewiesene und gesetzlich festgelegte Frequenzen im 70cm Bandbereich (hier 446…. MHz). Ergo hat jedes Gerät oder Set die gleichen voreingestellten Frequenzen auf diesen 8 Kanälen an Bord. Egal welches Gerät du also nachkaufst, alle können untereinander und miteinander sprechen.

Mit anderen Worten: diese Geräte fallen unter den Begriff „Jedermannfunk“. Jeder kann sie kaufen und benutzen und sie sind anmelde- und gebührenfrei.

Wohnwagenfamilie
Ein 70cm Amateurfunkgerät

Natürlich kannst du wegen der fest vergebenen Frequenzen auch mit handelsüblichen Amateurfunkgeräten, die es schon sehr günstig gibt*, auf diese Kanäle zugreifen und funken. Aber Achtung: Hier auf jeden Fall die Gesetzeslage in Bezug auf Ausgangsleistung und Benutzung solcher Geräte beachten!

Wohnwagenfamilie
Zubehör gibtbes reichlich für solche Geräte

Der Vorteil bei der Verwendung eines solchen Gerätes liegt darin, dass man theoretisch eine „externe“ Antenne anbringen kann. Das Senden und Empfangen über eine Antenne beispielsweise auf dem Wohnwagendach ist natürlich deutlich besser und erhöt ungemein die Reichweite und du erreichst dein Kind auch am Strand hinterm Deich. Aber auch hier gilt: Unbedingt die Gesetzeslage beachten!

 

Reichweite und Anwendungsmöglichkeiten

PMR-Funkgeräte werden sehr viel auch im beruflichen Alltag genutzt. Z.B. bei Motorradfahrschulen, Baufirmen, Sicherheitsdiensten, o.ä. Das spricht zum Einen natürlich für die Erfahrung und Zuverlässigkeit, zum Anderen kann es aber natürlich auch sein, dass du auf einigen Kanälen auch „andere“ hörst (was beim Freizeitfunk natürlich auch gewollt ist!).

Im Regelfall hast du mit PMR eine Reichweite von 3 bis 5 Kilometern. Je nach Art und Bebauung des Geländes. Das sollte also für einen normalen Campingplatz ausreichen.

Innerhalb dieses Bereiches kannst du mit allen, die sich auf dem gleichen Kanal befinden, sprechen. Das hat schon oft zu tollen neuen Bekanntschaften geführt. Man lernt spontan neue Menschen kennen.

 

Ich will lieber alleine sein auf dem Kanal

Wer das aber nicht möchte und tatsächlich nur sein eigenes Kind am anderen Ende hören möchte, der wird sagen: „Nur 8 Kanäle? Da wird es aber schnell voll!“

Ja und nein. Denn hier greift eine Technik, die sich CTCSS nennt. Eine Toncodierung mit bis zu 50 verschiedenen Tonarten pro Kanal. Man wählt sich einen davon auf seinen Geräten aus und beim Senden wird dieser unterschwellige Ton mitgesendet. Empfangen wird diese Sendung dann nur von dem Gerät, auf dem der gleiche Ton eingestellt ist.

Vereinfacht erklärt sieht das so aus: Du und dein Kind habt eure Geräte auf Kanal 4. Jeder der auch auf Kanal 4 ist kann problemlos „mitrededen“.

Nun aktiviert ihr auf beiden Geräten zusätzlich einen der 50 zur Verfügung stehenden CTCSS-„Verschlüsselungen“ und schon hört nur noch ihr beide euch. (Das ist natürlich kein exklusiver privater Bereich! Wer den gleichen CTCSS-Ton bei sich findet und einstellt, kann euch trotzdem zuhören. Eure PIN oder private Dinge solltet ihr demnach trotzdem besser nicht preisgeben.) 😉

 

Möglichkeiten ohne Ende

Für wen das hier nun zu schwierig klingt, dem sei versichert: es ist alles kein Hexenwerk. Sogar unser Jüngster mit seinen 5 Jahren kann mit den Funkgeräten schon umgehen.

So kommen sie in vielen Lebenslagen bei uns zum Einsatz:

  • Kolonnenfahrten zum Campingplatz. Jedes Auto hat ein Gerät an Bord und man kann sich unterwegs unterhalten (funken fällt nämlich nicht unter das Telefonierverbot am Steuer!)
  • Die Tochter hat eines bei ihren Streifzügen über den Platz dabei und kann uns so jederzeit erreichen, um z.B. Bescheid zu geben, dass sie noch zum Grillen bei ihrer neuen Freundin bleibt
  • Mit nur einer Tastenkombination können die Geräte als Babyphone eingesetzt werden. Sollte der Kleine also mal nachts weinen, während wir noch beim Nachbarn im Vorzelt sitzen, sendet das Gerät automatisch
  • Unsere Tochter gibt auch gerne eines der Geräte ihrer neuen Freundin. So können sie sich den ganzen Tag und abends noch zum Einschlafen unterhalten
  • Und nicht zuletzt um wirklich neue Leute auf und um den Campingplatz herum kennen zu lernen, oder sich über die Gegend zu informieren

 

Empfehlung für den Einstieg

Unser Tipp für die Erstausstattung wären diese beiden Sets. Je nach dem, ob euch zwei Geräte reichen, oder ihr vier Geräte braucht. Damit seid ihr auf jeden Fall optimal aufgestellt:

WohnwagenfamilieDieses 2er Set ist ausreichend, wenn eines der Geräte bei Mama oder Papa bleiben und das Kind das andere dabei hat. Zum Kennenlernen erstmal wirklich eine gute Wahl.

Die Geräte haben auch die oben erwähnte Babyphone-Möglichkeit und werden nicht nur mit einem Standlader, sondern auch mit Headsets und Akkus geliefert.

***

WohnwagenfamilieDas 4er Set für die ganze Familie. So kann dein Kind den Freunden noch ein Gerät mitgeben, eines bleibt bei Mama und Papa und das andere kann gleichzeitig als Babyphone für die Kleinsten eingesetzt werden.

Auch hier sind neben den Standladern in der Lieferung auch Headsets und Akkus (und sogar ein Koffer!) inbegriffen.

 

Fazit

Bei uns stehen die Geräte auf jeder Packliste für die Tour mit dem Wohnwagen. Egal, ob wir nur drei Tage oder drei Wochen fahren. Sie sind klein, handlich, leicht und schnell verstaut.

Wenn ihr auch Ideen und Vorschläge oder Fragen habt… immer her damit!

Euch viel Spaß bei der nächsten Tour. Und vielleicht… „hören“ wir uns ja mal.

.

Deine Wohnwagenfamilie